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Künstler: Lene Marlin

Album: Lost in a moment

Erscheinungsjahr: 2005

Anspieltipp: How would it be

Autor: Markus

Die Sängerin und Songwriterin Lene Marlin ist Norwegens bekanntester Pop-Export seit Aha. Bereits im zarten Alter von 18 Jahren nahm sie ihr Debutalbum „Playing my game“ auf und konnte mit diesem nicht nur wochenlang die Charts ihres Heimatlandes anführen, sondern auch die internationale Musikpresse begeistern. In den folgenden Jahren verkaufte sich Lene Marlins Erstwerk weltweit über 1,8 Millionen Mal, was dazu führte, dass die bildhübsche Vokalistin quasi über Nacht zum Superstar emporstieg. Was sich hier wie ein Märchen aus tausendundeiner Nacht liest, brachte jedoch neben Glanz und Gloria auch die Schattenseiten des Musikgeschäftes mit sich, sodass sich die zurückhaltende Blondine - ob des ständigen Rummels um ihre Person - gänzlich überfordert fühlte und zunächst Abstand vom Business nahm. Satte vier Jahre dauerte es daher, bis 2003 mit „Another day“ endlich ein Nachfolger veröffentlicht werden konnte, welcher wiederum mit großartigen Songs und eindrucksvollem Gesang aufwartete, jedoch deutlich melancholischer und weniger verspielt daherkam. Obwohl die leicht düstere Ausrichtung der Platte bereits die ersten Kritiker - welche in Lene Marlin wohl schon die Britney Spears des neuen Jahrtausends gesehen hatten - auf den Plan rief,  konnte sie ihren Ruf als ernstzunehmende Singer/Songwriterin festigen und nebenbei beweisen, dass Mädchenpop nicht nur dazu dienen muss, die aufreizende Optik der Sängerinnen akustisch zu untermalen, sondern durchaus Innovation und Qualität beinhalten kann. Eine so lange Wartezeit wie zwischen den ersten beiden Outputs mussten die zahlreichen Fans der in der norwegischen Kleinstadt Tromsø geborenen Sängerin dieses mal zum Glück nicht ertragen, denn anno 2005 steht mit „Lost in a moment“ nach einer vergleichsweise kurzen Pause von 2 Jahren Lene Marlins 3. Veröffentlichung in den Plattenläden.

Diese besteht in erster Linie aus wunderschönen, größtenteils melancholisch angehauchten Balladen, in denen die elfenhafte Stimme der Sängerin ausgezeichnet zur Geltung kommt und häufig nur sparsam instrumentiert werden. Nur wenige flottere Nummern haben sich unter die zwölf Kompositionen gemischt. Beispielsweise ist der Opener „My lucky day“ ein regelrecht beschwingter, mit eruptivem  Refrain ausgestatteter Song, der ohrwurmartig und intensiv daherkommt, den Konsumenten schon beim ersten Hörgenuss in seinen Bann zu ziehen weiß und mit Leichtigkeit die enormen Songwriter Fähigkeiten Lene Marlins unter Beweis stellt. „All I can say“ hingegen ist eine sich fast in gänzliche Stille getauchte Komposition, die sich trotz unwesentlich längerer Eingewöhnungsphase ebenso in die Gehörgänge gräbt, wie der etwas einfacher gestrickte Vorgängersong. Die erste Singleauskopplung „How would it be“ ist dann das, was man einen astreinen Radiohit nennt, verliert sich aber nichts desto trotz zu keiner Sekunde in Belanglosigkeit und  hebt sich meilenweit von dem in den Charts weit verbreiteten Einheitsbrei ab. Während „Hope you’re happy“ eine elegische Cello-Ballade geworden ist, glänzt „What if“ durch leichtfüßige Eingängigkeit und einen simplen aber unglaublich effizienten Songaufbau. Sehr eindringlich tönt die Stimme der Sängerin in „Leave my mind“ aus den Boxen, was dem Song einen fast beschwörenden Klangcharakter verleiht. Als weitere Highlights wären noch das von Beats und atmosphärischen Streichern getragene „Never to know“ und die vielleicht schönste Komposition des Albums „Eyes closed“ genannt, welche wie alle Stücke auf „Lost in a moment“ ohne unnötigen Kitsch auskommt und sehr authentisch wirkt.

Wirklich eindrucksvoll, was die 24 Jahre junge Norwegerin auf ihrem Drittwerk fabriziert. Der mit einer knapp über der 45 Minuten Grenze anzusiedelnden Spielzeit ausgestattete Longplayer ist mit großem Abstand das bisher beste Singer/Songwriter Album des Jahres und lässt sogar die faszinierende neue Heather Nova Platte deutlich hinter sich. „Lost in a moment“  wird sicherlich ein breites Mainstream Publikum ansprechen, kann aber auch jedem ernsthaften Musikfan bedenkenlos empfohlen werden.

 

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